• 09.07.2026, 09:57:02
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Hanke/Hattmannsdorfer: „Mit Schlüsseltechnologien und öffentlicher strategischer Beschaffung den Standort stärken“

Bundesregierung baut Schlüsseltechnologien, strategische Beschaffung und europäische Wertschöpfung aus

Wien (OTS) - 

Die Bundesregierung richtet ihre Forschungs-, Innovations- und Industriepolitik konsequent auf Zukunftstechnologien, europäische Wertschöpfung und strategische öffentliche Beschaffung aus. Ziel ist es, Forschung schneller in industrielle Anwendung, neue Produkte und Arbeitsplätze zu überführen.

Österreich zählt bereits heute zu den innovationsstärksten Ländern Europas. Bei öffentlichen Ausgaben für angewandte Forschung und Entwicklung liegt Österreich unter den Top vier in der Europäischen Union, bei den F&E-Investitionen der Unternehmen sogar an dritter Stelle. Gleichzeitig soll der Transfer von exzellenter Forschung in industrielle Umsetzung künftig schneller gelingen. Der Grundsatz lautet: Fokus statt Gießkanne.

Mit dem FTI-Pakt 2027–2029 werden 5,5 Milliarden Euro investiert. 2,6 Milliarden Euro fließen bis 2029 in Schlüsseltechnologien. Das Innovationsministerium investiert von 2026 bis 2029 rund 1,6 Milliarden Euro in die neun definierten Schlüsseltechnologien und Stärkefelder, ab 2027 sollen auch 50 Prozent des BMWET-FTI-Budgets direkt in diese Bereiche gehen – darunter Künstliche Intelligenz, Halbleiter, Quantentechnologien, moderne Werkstoffe, Life Sciences, Energie- und Umwelttechnologien, Mobilität sowie Weltraum- und Luftfahrttechnologien.

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer: „Österreich ist stark in der Forschung – jetzt müssen wir stärker darin werden, aus Forschung industrielle Wertschöpfung zu machen. Wir halten die hohen Forschungsinvestitionen in Österreich trotz des budgetären Konsolidierungsbedarf stabil. Aber: Geld allein schießt keine Tore - das gilt auch in der Forschung. Daher setzen wir auch strukturelle Reformen in der Forschungsförderung um und stärken mit Made in Europe die Nachfrageseite. Mit dem Austrian Quantum Cluster starten wir den ersten Megacluster Österreichs und setzen einen konkreten Schritt unserer neuen Industriepolitik um: Wir wollen Quantentechnologie nicht nur erforschen, sondern in Österreich entwickeln, produzieren und vermarkten. Unser Ziel ist klar: Aus Spitzenforschung soll Spitzenindustrie werden. Deshalb setzen wir auf Fokus statt Gießkanne, investieren gezielt in Schlüsseltechnologien und schaffen mit Made in Europe neue Leitmärkte. Denn am Ende entscheidet nicht, wer die beste Idee hat, sondern wer daraus Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Wohlstand schafft.“

Innovationsminister Peter Hanke: „Mit Investitionen in Quantentechnologien, Künstliche Intelligenz und strategische öffentliche Beschaffung verfolgen wir ein gemeinsames Ziel: Wir schaffen die Voraussetzungen dafür, dass Innovationen in Österreich entstehen, hier zur Anwendung kommen und langfristig Wertschöpfung sowie qualifizierte Arbeitsplätze sichern. So stärken wir den Innovationsstandort Österreich nachhaltig und machen unsere Infrastruktur fit für die Zukunft.“

Austrian Quantum Cluster: Erster Megacluster für Quantentechnologien

Ein konkreter Umsetzungsschritt ist der Austrian Quantum Cluster. Über den Fonds Zukunft Österreich werden heuer 75 Millionen Euro für Forschung, Technologie und Innovation bereitgestellt. 30 Millionen Euro davon fließen in den ersten Megacluster Österreichs. Erstmals arbeiten dabei aws, FFG, CDG und FWF entlang einer gemeinsamen Zielsetzung – von der Grundlagenforschung bis zur Marktüberführung.

Ziel ist es, Österreichs starke Ausgangsposition im Quantenbereich schneller in Anwendung, industrielle Prototypen, Spin-offs und private Investitionen zu bringen.

Die Agenturen bekommen dazu ganz konkrete KPIs, welche Ziele erreicht werden müssen:
- Mindestens 8 angemeldete Patente.
- Mindestens 5 Spin-offs.
- Mindestens 15 Mio. Euro Investitionen privater Partner
- Mindestens 6 industrielle Demonstrationsobjekte.
- Mindestens 8 industrielle Prototypen.
- Mindestens 8 Mio. Euro Folgeinvestitionen in Start-ups/Scale-ups

AI Factory Austria bringt Künstliche Intelligenz in die Anwendung

Parallel dazu entwickelt sich auch die AI Factory Austria planmäßig weiter. Nachdem die nationale Kofinanzierung sichergestellt wurde, befindet sich das Projekt mit der Beschaffung des KI-optimierten Hochleistungsrechners im nächsten entscheidenden Umsetzungsschritt.

Für den Supercomputer sind Investitionen von 53 Millionen Euro vorgesehen, das Gesamtprojekt umfasst rund 80 Millionen Euro. Der Rechner soll 2027 in Wien in Betrieb gehen und Forschungseinrichtungen, Unternehmen sowie der öffentlichen Verwaltung modernste Rechenleistung für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz zur Verfügung stellen.

Strategische öffentliche Beschaffung wird zum Innovationsmotor

Neben gezielten Investitionen in Schlüsseltechnologien setzt die Bundesregierung künftig verstärkt auf strategische öffentliche Beschaffung. Bis Ende des Jahres wird ein nationaler Aktionsplan Strategische Öffentliche Beschaffung vorgelegt. Mit einem jährlichen öffentlichen Beschaffungsvolumen von rund 70 Milliarden Euro verfügt die Republik Österreich über einen der größten wirtschaftlichen Hebel des Landes.

Der Aktionsplan wird federführend vom Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus erarbeitet und soll als Handlungsleitfaden für den Bund, seine Beteiligungen sowie weitere öffentliche Auftraggeber dienen. Ziel ist es, Innovation, Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und europäische Wertschöpfung stärker in Beschaffungsprozessen zu verankern. Ein wesentlicher Paradigmenwechsel betrifft dabei die Vergabepraxis selbst: Künftig soll die öffentliche Beschaffung stärker auf den wirtschaftlich und innovationsstrategisch größten Nutzen ausgerichtet werden und weniger auf das Billigstbieterprinzip fokussieren. Statt den niedrigsten Preis in den Vordergrund zu stellen, sollen Innovationsgehalt sowie europäische Wertschöpfung stärker berücksichtigt werden.

Hanke dazu: „Öffentliche Beschaffung ist weit mehr als Verwaltung. Mit rund 70 Milliarden Euro jährlich verfügt der Staat über enorme Gestaltungskraft. Diese wollen wir künftig gezielt einsetzen, um Innovationen schneller in die Anwendung zu bringen, die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts zu stärken und europäische Souveränität auszubauen. Hier gilt es neue Wege zu gehen: Das Billigstbieterprinzip ist in dieser Form nicht mehr zeitgemäß. Wir brauchen eine Beschaffung, die europäische Souveränität und Innovationskraft in den Vordergrund stellt. Der Staat soll darüber hinaus als Ankerkunde vorangehen und innovativen Unternehmen die Möglichkeit geben, ihre Lösungen erstmals im Markt einzusetzen. Das stärkt unsere Start-ups, schafft heimische Wertschöpfung und macht Österreich technologisch unabhängiger. Bundesbeteiligungen wie die ÖBB und ASFINAG sind hier bereits Vorreiter – Ziel ist es, dass die Republik ihre Rolle als Eigentümer konsequenter ausbaut.“

Ein besonderer Schwerpunkt liegt darauf, öffentliche Auftraggeber stärker als Erst- und Referenzkunden für innovative Unternehmen und Start-ups zu etablieren. Damit sollen neue Technologien schneller zur Marktreife gelangen und zusätzliche Impulse für Wachstum und privates Kapital entstehen.

„Strategische Beschaffung ist moderne Wirtschaftspolitik. Der Staat soll nicht nur einkaufen, sondern Innovationen den Weg in den Markt ebnen. Wenn die öffentliche Hand als Erst- und Referenzkunde vorangeht, schaffen wir Marktchancen für heimische Unternehmen, stärken europäische Wertschöpfung und machen aus Innovation schneller wirtschaftlichen Erfolg. Genau diesen Paradigmenwechsel treiben wir jetzt voran“, so Hattmannsdorfer.

Industriestrategie 2035: 35% in Umsetzung, zahlreiche Maßnahmen in Ausarbeitung

Nach einem halben Jahr sind bereits 35 Prozent der 117 Maßnahmen der Industriestrategie umgesetzt oder in Umsetzung. Die nächsten Schritte sind der Aktionsplan für strategische Beschaffung, das Schlüsseltechnologie-Beschleunigungsgesetz, das ERP-Fonds-Gesetz sowie der Programmstart für ein Flagship-Programm für Leitbetriebe.

Rückfragen & Kontakt

Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus
E-Mail: [email protected]

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