- 13.08.2026, 15:48:32
- /
- OTS0086
Verkehrswirtschaft lehnt Ausweitung von Mautsystemen auf Landesstraßen ab
Höhere Kosten treffen regionale Unternehmen und letztlich alle Konsumentinnen und Konsumenten
Die Bundessparte Transport und Verkehr, der Fachverband Güterbeförderung und der Fachverband der Autobus-, Luftfahrt- und Schifffahrtunternehmungen der Wirtschaftskammer Österreich sprechen sich entschieden gegen die geplante Einführung einer Lkw- und Bus-Maut auf Landesstraßen aus. Anlass sind die heute präsentierten Pläne des Burgenlandes, ab 1. Jänner 2027 auf ausgewählten Landesstraßen eine Benützungsgebühr für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen einzuheben. Vorgesehen sind digitale Vignetten mit Jahreskosten von bis zu 1.000 Euro.
Zusätzliche Kosten für Transporteure existenzgefährdend
„Die österreichische Transportwirtschaft steht bereits heute unter enormem wirtschaftlichem Druck. Hohe Energiepreise, steigende Personalkosten, massive Investitionen in die Dekarbonisierung sowie in den vergangenen Jahren deutlich gestiegene Mautkosten belasten unsere Betriebe massiv. Eine zusätzliche Maut auf Landesstraßen ist daher das völlig falsche Signal und für viele Unternehmen schlicht nicht mehr tragbar“, erklärt Markus Fischer, Obmann des Fachverbands für das Güterbeförderungsgewerbe und rechnet anhand eines Beispiels vor: „Ein regionaler Transporteur mit einer durchschnittlichen Größe von 10 LKW muss mit zusätzlichen Kosten von bis zu 10.000 Euro zu Beginn eines jeden Jahres rechnen.“ In der Regel handelt es sich dabei um kleine familiengeführte Betriebe, für die derartige Beträge an die Existenz gehen.
Der Straßengüterverkehr bilde das Rückgrat der Versorgung Österreichs. Nahezu jedes Produkt des täglichen Lebens werde zumindest auf einem Teil seines Weges per Lkw transportiert. Zusätzliche Belastungen für Transportunternehmen würden daher unweigerlich entlang der Lieferkette weitergegeben. „Wer Transporte verteuert, verteuert letztlich auch Waren und Dienstleistungen. Lebensmittel, Medikamente, Baustoffe oder Konsumgüter kommen nicht von selbst in die Geschäfte. Am Ende zahlt nicht die Transportbranche die Rechnung, sondern die Konsumentinnen und Konsumenten“, betont Fischer.
Mehrkosten für Busfahrten landen letztlich bei Bürgerinnen und Bürgern
Da die neue Lkw- und Bus-Maut auch den individuellen Busverkehr betreffen soll, würden die zusätzlichen Kosten ebenso Vereine, Schulen und andere Organisationen treffen. Ob Vereinsausflug, Schulausflug, Exkursion oder gemeinsame Fahrt zu einer Veranstaltung – auch hier werden die Mehrkosten letztlich bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommen, ergänzt Martin Horvath, Obmann des Fachverbands der Autobus-, Luftfahrt- und Schifffahrtunternehmungen der WKÖ.
Auch Bundesspartenobmann Alexander Klacska warnt vor einer weiteren Kostenwelle für die heimische Wirtschaft und negative Auswirkungen auf regionale und ländliche Wirtschaftsstrukturen: „Die Transportwirtschaft ist ein unverzichtbarer Teil der Wertschöpfungskette in der jeweiligen Region. Sie sorgt nicht nur für die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs, sondern auch für den Personenverkehr. Anders als im Transitverkehr sind regionale Transporte vielfach auf Landes- und Gemeindestraßen angewiesen. Eine zusätzliche Bemautung würde daher vor allem regionale Betriebe, Handwerksunternehmen, Baustellenverkehre sowie die Versorgung der Bevölkerung treffen. Zusätzliche Mauten auf Landesstraßen für Lkw und Busse erhöhen die Standortkosten, schwächen die Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Unternehmen und belasten am Ende die gesamte Bevölkerung. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten brauchen wir Entlastungen statt neuer Gebühren. Wie regional die heimische Transportwirtschaft ist, zeigen die Zahlen – 82 % der transportierten Waren werden nicht länger als 80 km transportiert. Mit dieser Maut trifft man Transport „Made in Austria“.
Zusätzliche Mautkosten schwächen Wettbewerbsfähigkeit des Standorts weiter
Die Unternehmensvertreter appellieren daher an die politischen Entscheidungsträger, von weiteren Mautausweitungen Abstand zu nehmen und stattdessen Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des heimischen Transportgewerbes umzusetzen. „Unsere Betriebe benötigen Planungssicherheit und Entlastung. Neue Gebühren auf Landesstraßen stehen diesem Ziel diametral entgegen. Wer regionale Wirtschaftskreisläufe stärken und die Inflation nicht weiter anheizen möchte, sollte auf zusätzliche Belastungen verzichten“, so die einhellige Meinung. (PWK380/PAT)
Rückfragen & Kontakt
Digital Media & Communication
Pressestelle
Wirtschaftskammer Österreich
T 0590 900 – 4462
[email protected]
https://www.wko.at/oe/news/start
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PWK






