- 09.09.2026, 11:12:32
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Grüne Wien/Stark, Moalla zu Westbahnareal: Sima muss Klimastudie offenlegen
Pressemeldung zu neuer Studie wirft mehr Fragen auf als sie beantwortet – Grüne fordern volle Transparenz vor Entscheidungen über großflächige und hohe Verbauung.
Gerade nach diesem Hitzesommer ist klar: Wien braucht jeden natürlichen Kühlungseffekt, den die Stadt noch hat. Das Westbahnareal im dicht verbauten 15. Bezirk ist daher weit mehr als eine Entwicklungsfläche. Die Stadtklimaanalyse der Stadt Wien weist das Areal als Teil eines klimatisch relevanten Bereichs aus. Gleichzeitig will die Stadt Wien am kommenden Dienstag, dem 15. September, erstmals öffentlich über die konkreten Vorhaben und den Planungswettbewerb für das Westbahnareal informieren. Unmittelbar davor wurden nun per Presseaussendung Ergebnisse einer neuen "Klimabewertung" zum Westbahnareal bekannt. Demnach werde das Projektgebiet von Ausläufern der Kaltluft aus dem Wienerwald über das Wiental „nur in sehr geringem Ausmaß“ erreicht. Die Studie selbst wurde jedoch nicht veröffentlicht.
Für die Grünen wirft diese Aussendung mehr Fragen auf als sie beantwortet: "Was bedeutet „sehr geringes Ausmaß“ konkret? Auf welcher Datengrundlage beruht diese Aussage? Wurden die Kaltluftströme unter realen Bedingungen gemessen – und wenn ja, wann, wo und über welchen Zeitraum? Welche unterschiedlichen Bebauungsszenarien wurden untersucht und miteinander verglichen", so Kilian Stark, Planungssprecher der Grünen Wien.
„Der heurige Hitzesommer war ein Weckruf. Wenn Wien Temperaturen von über 40 Grad erlebt, muss der Schutz der natürlichen Kühlung der Stadt oberste Priorität haben. Jetzt wird mit den Ergebnissen einer neuen Studie argumentiert, aber die Studie selbst bleibt unter Verschluss. So kann keine transparente Debatte über die Zukunft eines der wichtigsten Entwicklungsgebiete der Stadt geführt werden. Ich fordere Stadträtin Sima auf, die vollständige Studie samt Datengrundlagen und Methodik auf den Tisch zu legen", so Stark weiter.
Intransparenz und fehlende öffentliche Informationen
Die Grünen kritisieren, dass es über die Entwicklung des Westbahnareals seit Jahren viel zu wenig öffentliche Informationen gibt. Stadt Wien und Projektentwickler verfügen über Studien, Planungen und Daten, während Öffentlichkeit, Bezirk und Opposition immer wieder nur ausgewählte Ergebnisse präsentiert bekommen. Die bisherige Vorgangsweise der Stadt hat damit nicht zur Vertrauensbildung beigetragen. „Bei einer Entscheidung, die das Stadtklima für Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte beeinflussen kann, reichen Zusammenfassungen und Interpretationen der Projektentwickler nicht. Wir wollen wissen, was tatsächlich untersucht wurde und was die Daten aussagen. Wenn die Stadt diese Informationen nicht freiwillig offenlegt, werden wir alle Möglichkeiten nutzen, um Transparenz herzustellen – gegebenenfalls auch über Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz“, so Stark.
Dabei stellen die Grünen klar, dass sie eine Entwicklung des Westbahnareals nicht grundsätzlich ablehnen. Die derzeit vorgesehene großflächige und hohe Bebauung sehen sie jedoch weiterhin äußerst kritisch: „Wir sind nicht kategorisch gegen eine Entwicklung des Areals, aber vehement gegen die derzeit geplante großflächige und hohe Bebauung. Für uns sind zwei Dinge entscheidend: die Klimawirkung des Areals für die umliegenden Bezirke bis hinein in die Innenstadt und eine ausreichende Grünraumversorgung für den dicht verbauten 15. Bezirk. Erst wenn beides gesichert ist, kann über die weitere Entwicklung gesprochen werden“, so Stark.
Fehlende Aufklärung über geplantes Logistikzentrum
Weiters kritisieren die Grünen über die unzureichende Aufklärung zum geplanten Logistikzentrum: „Ein Logistikzentrum im 15. Bezirk? Damit die großen Versandhäuser uns noch mehr mit Paketen fluten können? Wer die Branche kennt, weiß, Pakete kommen mit LKWs und die bringen Verkehr, Lärm und Abgase“, so Haroun Moalla, Bezirksvorsteher-Stellvertreter der Grünen in Rudolfsheim-Fünfhaus.
Die Grünen fordern Stadträtin Ulli Sima auf, die vollständige Klimastudie samt Methodik, Messdaten und untersuchten Szenarien umgehend zu veröffentlichen und die offenen Fragen noch vor weiteren Entscheidungen über die Entwicklung des Westbahnareals transparent zu beantworten.
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