- 11.09.2026, 11:22:32
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Statistisches Jahrbuch „Migration & Integration“: Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund steigt auf 28,2 %
Asylanträge und Asylgewährungen im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken / Umfassende Daten zu Migration und Integration von Statistik Austria und ÖIF
Das neue Statistische Jahrbuch „Migration & Integration“ von Statistik Austria und dem Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) bündelt aktuelle Daten zu Bevölkerung, Bildung, Erwerbstätigkeit, Asyl und Zuwanderung. Das statistische Jahrbuch steht auf der ÖIF-Website zum Download zur Verfügung. Interaktive Grafiken und Datenvisualisierungen zu Zahlen, Daten und Fakten rund um Asyl, Migration und Integration stellt der ÖIF zudem auf www.integrationsdaten.at bereit.
Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund steigt auf 28,2 % / Nettozuwanderung 2025 erneut deutlich zurückgegangen
Im Jahresdurchschnitt 2025 lebten rund 2,55 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Österreichs Privathaushalten – um 1,8 % mehr als im Vorjahr. Ihr Anteil an der Bevölkerung stieg von 27,8 % auf 28,2 %. Rund drei Viertel (1,90 Millionen) gehören der sogenannten „ersten Generation“ an: Sie wurden selbst im Ausland geboren und sind nach Österreich zugezogen. Das verbleibende Viertel (rund 652.400 Personen) sind in Österreich geborene Nachkommen von Eltern mit ausländischem Geburtsort („zweite Generation“).
Anfang 2026 lebten rund 1,88 Millionen ausländische Staatsangehörige in Österreich. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung stieg gegenüber dem Vorjahr von 20,2 % auf 20,4 %. Unter den ausländischen Staatsangehörigen bildeten Deutsche weiterhin die größte Gruppe: Am 1. Jänner 2026 lebten rund 242.300 deutsche Staatsangehörige in Österreich, gefolgt von 157.700 rumänischen, 123.400 türkischen, 122.500 serbischen und 115.200 ungarischen Staatsangehörigen. Auf den Rängen sechs bis zehn folgten Staatsangehörige aus Syrien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, der Ukraine und Polen.
Die Nettozuwanderung nach Österreich ging 2025 weiter zurück: Insgesamt wurden rund 161.900 Zuzüge und 131.200 Wegzüge verzeichnet. Daraus ergab sich ein Wanderungssaldo von rund 30.700 Personen – nach 50.100 im Jahr 2024 und 66.600 im Jahr 2023.
Asylanträge und Asylgewährungen im Jahr 2025 deutlich gesunken
Mit rund 16.700 Asylanträgen suchten 2025 deutlich weniger Menschen um Asyl in Österreich an als im Vorjahr (2024: 25.400). Der Großteil der Anträge entfiel mit rund 12.500 beziehungsweise 75 % auf Erstanträge, rund 4.200 waren Folgeanträge. Die meisten Asylanträge stellten 2025 afghanische Staatsangehörige mit rund 5.200 Anträgen, gefolgt von syrischen Staatsangehörigen mit rund 4.500 und somalischen Staatsangehörigen mit rund 1.000 Anträgen. Der deutliche Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist vor allem auf die gesunkene Zahl der Anträge syrischer Staatsangehöriger zurückzuführen (2024: 13.900).
Im Jahr 2025 erhielten rund 8.400 Personen in Österreich Asyl. Das waren um etwa die Hälfte weniger als im Vorjahr (2024: 17.000). Die meisten positiven Asylentscheidungen entfielen auf afghanische Staatsangehörige mit rund 4.800 Anerkennungen, gefolgt von syrischen Staatsangehörigen mit rund 1.300 und somalischen Staatsangehörigen mit rund 700 Anerkennungen. Im europäischen Vergleich auf Basis von Eurostat-Daten sowie der Asylstatistik des Bundesministeriums für Inneres (BMI) lag Österreich im Jahr 2025 mit rund 8.400 Asylanerkennungen an fünfter Stelle unter den EU- und EFTA-Staaten. Subsidiärer Schutz wurde 2025 rund 3.400 Personen gewährt (2024: 7.800).
Große Unterschiede bei Erwerbsbeteiligung und Arbeitslosigkeit
Die Erwerbstätigenquote von Personen mit Migrationshintergrund lag 2025 bei 69 % und damit rund acht Prozentpunkte unter jener der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Besonders niedrig war sie bei Frauen mit Migrationshintergrund aus Afghanistan, Syrien oder dem Irak mit 29 %. Gleichzeitig stieg die Erwerbstätigenquote von Personen aus Afghanistan, Syrien oder dem Irak, basierend auf der Staatsangehörigkeit, gegenüber dem Vorjahr von 40 % auf 49 %.
Auch bei der Arbeitslosigkeit zeigen sich deutliche Unterschiede: Die Arbeitslosenquote lag 2025 bei österreichischen Staatsangehörigen bei 6,1 %, bei ausländischen Staatsangehörigen bei 11 %. Besonders hoch war sie bei Staatsangehörigen aus Afghanistan, Syrien und dem Irak mit 28,9 %. Insgesamt erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen um 6,6 % auf rund 317.500 und jene der Langzeitarbeitslosen um 25,4 % auf rund 44.800. Bei Schulungsteilnahmen gab es hingegen nur einen leichten Anstieg: um 1,2 % bei ausländischen und um 1,4 % bei österreichischen Staatsangehörigen.
44 % der Bezieher/innen von Sozialhilfe oder Mindestsicherung waren 2024 Flüchtlinge oder subsidiär Schutzberechtigte
Im Jahr 2024 bezogen rund 205.800 Personen Sozialhilfe oder Mindestsicherung (2023: 197.000). Davon waren 38 % beziehungsweise 77.800 Personen österreichische Staatsangehörige. Weitere 44 % beziehungsweise 91.300 Personen waren Flüchtlinge oder subsidiär Schutzberechtigte. Rund 15.100 Bezieher/innen beziehungsweise 7 % waren Bürger/innen aus EU- und EFTA-Staaten oder dem Vereinigten Königreich. Weitere 21.500 Personen beziehungsweise 10 % waren Drittstaatsangehörige ohne Asylstatus oder subsidiären Schutz.
Anteil der Schüler/innen mit nicht-österreichischer Staatsangehörigkeit steigt auf 21 %
Im Schuljahr 2024/25 hatten 21 % der Schüler/innen in Österreich keine österreichische Staatsangehörigkeit. Gegenüber dem Vorjahr stieg ihr Anteil damit um einen Prozentpunkt. Der Anteil von Schüler/innen mit einer anderen Erstsprache als Deutsch lag unverändert bei 26 %.
Besonders hoch war der Anteil von Schüler/innen mit nicht-deutscher Erstsprache in Sonderschulen mit 45 % und Polytechnischen Schulen mit 42 %. Die niedrigsten Anteile wurden in Berufsschulen mit 11 %, berufsbildenden höheren Schulen mit etwas mehr als 15 % sowie in der AHS-Unterstufe mit knapp 18 % verzeichnet.
Schüler/innen mit nicht-deutscher Erstsprache verlassen das Schulsystem zudem häufiger ohne Pflichtschulabschluss: Rund 9 % der Schüler/innen mit nicht-deutscher Erstsprache, die zu Beginn des Schuljahres 2021/22 bereits 14 Jahre alt waren, hatten zwei Schuljahre später die Pflichtschule noch nicht abgeschlossen. Bei Schüler/innen mit Deutsch als Erstsprache betrug dieser Anteil 3 %.
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