- 22.09.2026, 09:53:32
- /
- OTS0034
KI-Boom auf Kosten von Wasser, Boden und Tieren
Tierschutz Austria fordert UVP-Pflicht für Mega-Rechenzentren
Der Ausbau von KI-Rechenzentren greift in Österreich zunehmend in Lebensräume ein. Tierschutz Austria warnt vor Folgen für Gewässer, Böden, Wildtiere und die Wasserversorgung und verlangt, große Anlagen als eigenen Tatbestand im UVP-G wirksam zu erfassen sowie den Neubau massiv einzuschränken.
Betroffen sind Projekte in Kronstorf (OÖ), Leopoldsdorf (NÖ) und Nickelsdorf (Burgenland). Nur Leopoldsdorf unterliegt derzeit einer UVP – vor allem wegen Notstromaggregaten, nicht wegen Strom, Wasser oder Flächenverbrauch. Andere Vorhaben können ohne umfassende Prüfung genehmigt werden. Das Umweltministerium hat gestern eine UVP-Novelle in Begutachtung geschickt und will Rechenzentren erstmals als eigenen Tatbestand erfassen – allerdings erst ab 100 Megawatt, in Schutzgebieten ab 50 Megawatt. Das schließt eine Gesetzeslücke dem Namen nach, nicht der Sache nach: Mittelgroße Anlagen, gestückelte Ausbaustufen und die Summe benachbarter Projekte drohen weiter durchzurutschen. Tierschutz Austria fordert daher in der Begutachtung bis 1. November eine wirksame Schwelle ab 50 MW, Anti-Stückelung und eine regionale Gesamtprüfung.
„Wer Energie erzeugt, wird geprüft. Wer sie industriell verbraucht, oft nicht. Das ist eine Gesetzeslücke zulasten von Gewässern, Böden, Menschen und Tieren
“, sagt Dr.in Madeleine Petrovic, Präsidentin von Tierschutz Austria.
Rechenzentren versiegeln Flächen, belasten Gewässer und brauchen Strom in der Größenordnung einer Kleinstadt. „Tierschutz endet nicht am Stalltor. Eine KI-Strategie ohne Schutz dieser Lebensräume ist Ressourcenpolitik auf Kosten der Schwächsten
“, so Petrovic.
Tierschutz Austria fordert:
- Eigenen UVP-Tatbestand mit Schwellenwert ab 50 MW – nicht erst ab 100 MW –, Anti-Stückelung und regionaler Gesamtprüfung.
- Keine Großgenehmigungen ohne transparente Bilanz zu Strom, Wasser, Boden, Abwärme, Notstrom und Artenschutz.
- Geschlossene Kühlsysteme als Standard; keine Entnahme aus Grund- oder Oberflächenwasser in Dürre- und Schutzgebieten.
- Nachweisliche, zeitnahe Abwärmenutzung.
- Bürgerbeteiligung und unabhängige Gutachten zu Gewässerökologie und Artenschutz in jedem Verfahren.
Digitalisierung braucht Regeln, keine Ausnahmespur. Windräder durchlaufen eine UVP – Rechenzentren müssen das erst recht. Wer das Lebensrecht der Tiere und den Schutz ihrer Lebensräume ernst nimmt, kann Mega-Rechenzentren nicht länger als gesetzlich unsichtbare Sonderbauten behandeln – zumal im Umfeld solcher Anlagen oft kaum noch Wildtiere, nicht einmal Eichhörnchen, bleiben. Explizit gilt: Auch in Österreich wird die Bevölkerung beim Projekt Rechenzentrum übergangen. Die berühmte Umweltaktivistin Erin Brockovich dokumentiert denselben Befund in den USA: https://brockovichdatacenter.com/.
Mitsprache von Tierschutzorganisationen ist unumgänglicher Teil der Lösung.
Rückfragen & Kontakt
Tierschutz Austria
Mag. Martin Aschauer, MSc.
Telefon: 0699/16604075
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.tierschutz-austria.at/
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WTV






