- 30.09.2026, 18:44:02
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Österreich konnte seinen Platz unter den Strong Innovators behaupten
Wissenschaftsausschuss befasst sich mit Forschungs- und Technologiebericht der Bundesregierung
Wie Österreich seine Mittel für Forschung, Technologie und Innovation (FTI) einsetzt und welche Wirkungen damit erzielt werden, zeigt der jährliche Forschungs- und Technologiebericht der Bundesregierung. Aktuell nimmt Österreich demnach im Ranking der innovativsten Länder in der Europäischen Union demnach einen guten 8. Platz ein, stellt der Bericht für 2026 fest. Er wurde heute im Wissenschaftsausschuss behandelt und anschließend einstimmig zur Kenntnis genommen.
Österreich nehme mit seiner Forschungsquote weiterhin einen internationalen Spitzenplatz ein und habe sich fest in der Gruppe der "Strong Innovators" etabliert, erfuhren die Abgeordneten von den Regierungsmitgliedern, in deren Ressortzuständigkeit die österreichische FTI-Politik fällt. Allerdings könne man mit dem wirtschaftlichen Output, der mit den hohen Forschungsaufwendungen erzielt werde, noch nicht völlig zufrieden sein. Hier werde man noch weitere Schritte setzen, herrschte Einigkeit unter den Regierungsmitgliedern.
Resilienz und technologische Souveränität in geopolitisch herausfordernden Zeiten
Sicherheit, Stärkung der Resilienz und die Sicherstellung der technologische Souveränität lauten die Leitlinien der österreichischen FTI-Politik laut dem Forschungs- und Technologiebericht 2026 (III-345 d.B.). Österreich handle damit in Einklang mit den europäischen Zielen vor dem Hintergrund gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Krisen, geopolitischer Spannungen und tiefgreifender struktureller Veränderungen.
Detailfragen der Abgeordneten zum Bericht beantworteten Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner, Innovationsminister Peter Hanke sowie Staatssekretärin Elisabeth Zehetner, die Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer vertrat. Die Regierungsmitglieder betonten den ressortübergreifenden Charakter der FTI-Strategie der Bundesregierung und die Fortsetzung der Anstrengungen, um Österreichs Innovationskraft zu verbessern.
Carmen Jeitler-Cincelli (ÖVP) sah die zentrale Herausforderung der Industriestrategie in der Überführung von Forschungsergebnissen in innovative Produkte. In diese Richtung zielten auch die Anmerkungen von Gerhard Deimek (FPÖ), Elisabeth Götze (Grüne) und Martina von Künsberg Sarre (NEOS) wollten wissen, wie Österreich das Missverhältnis zwischen hohen Forschungsaufwendungen und dem tatsächlichen wirtschaftlichen Output beheben könne. Heinrich Himmer (SPÖ) erkundigte sich, wie es um das selbstgesteckte Ziel der Erhöhung von Spin-offs stehe. Rudolf Taschner (ÖVP) wollte wissen, wie Österreich die Entwicklungen auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz (KI) für sich nützen wolle.
Wissenschaftsministerin Holzleitner verwies auf die ausgewiesenen Stärkefelder Österreichs, etwa im Bereich der Quantentechnologie, deren Erfolge sich sehen lassen könnten. Bei der Einwerbung von Mitteln des European Research Councils in Form von ERC-Grants liege Österreich weiter an der Spitze. Österreich habe auch einen überdurchschnittlichen Anteil an Patentanmeldungen im Bereich nachhaltiger Technologien im EU-Vergleich. Als eine konkrete Maßnahme nannte Holzleitner die Fortführung der Spin-off-Fellowships, die sich als eine sehr erfolgreiche Förderschiene erwiesen hätten. Die Universitäten würden starkes Interesse daran bekunden, Forschungsergebnisse in praktische Anwendungen zu überführen.
Bundesminister Hanke verwies auf Schwerpunkte seines Ressorts in der Förderung von Schlüsseltechnologien und die Erhöhung der Mittel für die Europäische Weltraumagentur ESA. Die Beschaffungspolitik der öffentlichen Hand könne auch eine wichtige Rolle spielen, wenn es darum gehe, innovative Unternehmen zu fördern. Grundsätzlich sehe er kein Zurückfallen der Innovationskraft des Landes. In internationalen Ranking habe Österreich seine Stellung nun über mehrere Jahre hinweg gut behaupten und bei einzelnen Indikatoren sogar verbessern können.
Staatssekretärin Zehetner hob die Rolle der Industriestrategie 2035 und der Schlüsseltechnologie-Offensive. Man verfolge die bestehenden strategischen Ansätze der FTI-Politik konsequent weiter, um die österreichischen Potenziale gezielt zu nutzen und zukunftsorientiert zu gestalten. Kernstück der Industriestrategie sei es, dass Förderungen gezielter eingesetzt werden sollen. Der Einsatz der künstlichen Intelligenz solle die Wertschöpfung in österreichischen Stärkefeldern verbessern. Als Beispiel nannte sie die Materialforschung. Man sei auch auf einem gutem Weg bei der Förderung von Spin-offs, betonte Zehetner. Sie sei optimistisch, dass man die gesteckten Ziele erreichen werde.
Mobilisierung von Venture Capital bleibt Thema
Die Abgeordneten Deimek (FPÖ), Künsberg Sarre (NEOS) und Götze (Grüne) thematisierten in diesem Zusammenhang die traditionelle Schwäche des Venture Capitals in Österreich und wollten wissen, wie man dieses mobilisieren könne.
Staatssekretärin Zehetner berichtete, dass die Umsetzung des öffentlich-privaten Risikokapitaldachfonds für Start-ups und Scale-ups auf dem Weg der Umsetzung sei. Ein wichtiger Schritt werde die Ausschreibung für das Fondsmanagement sein. Diese müsse sorgfältig vorbereitet werden, da das Vertrauen in das Fondsmanagement eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen des Fonds sei.
Stärkung der Cyberresilienz und Antworten auf geopolitische Herausforderungen
Für das Schwerpunktthema "Resilienz" interessierte sich Petra Oberrauner (SPÖ). Bundesminister Hanke verwies auf die Anstrengungen seines Ressort im Bereich der Forschungssicherheit, um die österreichischen Universitäten und Forschungseinrichtungen beim Aufbau eines institutionellen Risikomanagements zu unterstützen.
Bundesministerin Holzleitner verwies auf die Initiative zur Verankerung der Friedens- und Konfliktforschung auf europäischer Ebene. Damit solle Forschung zu den geopolitischen Herausforderungen für Europa, zur regionalen und globalen Rolle Europas und zu den verschiedenen Dimensionen von Frieden und Sicherheit gefördert werden.
Zum Thema Wissenschaftskommunikation und Vertrauensbildung, das FPÖ-Abgeordnete Marie-Christine Giuliani-Sterrer angesprochen hatte, verwies Holzleitner darauf, dass das Vertrauen in die Wissenschaft grundsätzlich sehr hoch sei. Das "Wissenschaftsbarometer" der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gebe ein gutes Stimmungsbild der Einstellung der Bevölkerung zur Wissenschaft.
F&E-Quote in Österreich wieder über EU-Zielwert
Laut dem Forschungs- und Technologiebericht 2026 lag Österreich erneut unter den Top-3-Ländern hinsichtlich Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im EU-Vergleich. Österreichs Forschungsquote übertraf zum 13. Mal in Folge den europäischen Zielwert von 3 %. Die Statistik Austria schätzte Ende April 2026, dass sie für das Jahr 2026 bei 3,34 % liegen werde. Mit dem 4 %-Ziel für die Forschungsquote bekenne sich die Bundesregierung in ihrem Regierungsprogramm klar zu einem starken und international wettbewerbsfähigen Forschungs- und Innovationsstandort, hält der Bericht fest.
Sowohl Gerhard Deimek (FPÖ) als auch Martina von Künsberg Sarre (NEOS) merkten an, dass die Forschungsprämie einen hohen Anteil der Forschungsförderung in Österreich ausmache. Sie verwiesen auf das Ergebnis einer Prüfung des Rechnungshofs, wonach es sich bei der Forschungsprämie vor allem um eine Standortförderung handle.
Bundesminister Hanke und Staatssekretärin Zehetner verteidigten die Forschungsprämie als erfolgreiche Maßnahme. Forschungsergebnisse würden in Österreich ja nicht "in der Schublade verschwinden", meinte Hanke. Vielmehr sei es oft der Fall, dass ihre Verwertung ins Ausland wandere, weil sich dort Investoren finden würden. (Schluss Wissenschaftsausschuss) sox
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