- 16.10.2026, 19:46:32
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Vertrauensabsturz der Wirtschaftskammer ist Weckruf für echte Strukturreform
UNOS: Vertrauensabsturz der Wirtschaftskammer ist Weckruf für echte Strukturreform
Bernhard: „Präsidentin Martha Schultz muss jetzt umbauen statt weiter über kosmetische Maßnahmen zu reden.“ UNOS fordern drei Regionalkammern und 500 Millionen Euro Entlastung pro Jahr.
Wien, 16. Oktober 2026. Die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) verliert im aktuellen APA-OGM-Vertrauensindex gegenüber dem Vorjahr 26 Punkte beim Saldo aus Vertrauen und Nichtvertrauen. Während das Vertrauen in Institutionen insgesamt vergleichsweise hoch bleibt und die Polizei weiter zulegt, zählt die Wirtschaftskammer zu den auffälligsten Verlierern. Für UNOS sind die Ergebnisse ein Weckruf an die Kammerleitung: Sie muss eine tiefgreifende Strukturreform unverzüglich beginnen, statt sich in kosmetischen Maßnahmen zu verlieren.
OGM-Experte Johannes Klotz führt den Vertrauensverlust unter anderem auf die Debatte über Gehälter und Funktionsbezüge, den Rücktritt des früheren WKÖ-Präsidenten Harald Mahrer, kritische Rechnungshofberichte und die Affären um den zurückgetretenen Wiener Kammerpräsidenten Walter Ruck zurück.
„Die Betriebe zahlen Pflichtbeiträge und erwarten eine Kammer, die ihre Interessen wirksam vertritt. Der Vertrauensverlust zeigt, wie dringend der Umbau ist. Das Tempo der Kammerleitung reicht nicht aus. Der Wirtschaftsbund und weite Teile der Verantwortlichen müssen endlich Verantwortung gegenüber den Mitgliedern übernehmen und die Kritik des Rechnungshofes ernst nehmen“, sagt UNOS Bundessprecher Michael Bernhard.
Der Rechnungshof hat die komplexe Organisation der Wirtschaftskammer kritisiert und empfohlen, grundlegende Strukturreformen zügig einzuleiten sowie Parallelstrukturen zu verringern. Die angekündigte Entlastung um jährlich 100 Millionen Euro müsse mit dauerhaft wirksamen Strukturreformen einhergehen, hält er fest.
„100 Millionen Euro jährlich sind angesichts des Reformbedarfs nicht genug. UNOS fordern eine Entlastung der Mitgliedsbetriebe um 500 Millionen Euro pro Jahr. Dafür müssen wir Doppelgleisigkeiten abbauen und die Kammerorganisation grundlegend neu aufstellen“, so Bernhard. UNOS fordern, die neun Landeskammern durch drei Regionalkammern zu ersetzen. Die Interessenvertretung für Betriebe soll dabei vor Ort erreichbar bleiben.
„Wer nur an der Oberfläche spart, gewinnt kein Vertrauen zurück. Die Kammerleitung muss jetzt einen verbindlichen Plan für den Strukturumbau vorlegen und die Entlastung der Betriebe ins Zentrum stellen“, sagt Bernhard.
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