- 22.10.2026, 09:00:33
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Europe First: Strategische Beschaffung stärkt Europas Bahnindustrie
VBI und UNIFE fordern faire Wettbewerbsbedingungen und eine konsequente Umsetzung von „Made in Europe“ in der öffentlichen Beschaffung

Öffentliche Beschaffung ist ein entscheidender Hebel für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Bahnindustrie. Wie Vergaberegeln dazu beitragen können, Innovation zu fördern, industrielle Wertschöpfung in Europa zu sichern und faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen, stand im Mittelpunkt der gemeinsamen Veranstaltung „Europe First: Reforming Public Procurement to boost the European Rail Supply Industry“ des Verbands der Bahnindustrie (VBI) und des europäischen Bahnindustrieverbandes UNIFE bei der ÖBB in Wien.
Die am 14. Oktober 2026 unterzeichnete „Made in Europe Declaration“ der österreichischen Bundesregierung unterstreicht die politische Bedeutung dieses Themas. Im Austausch zwischen Politik, Europäischer Kommission, öffentlichen Auftraggebern und Industrie ging es darum, wie dieser Anspruch in der Vergabepraxis konkret umgesetzt werden kann.
Christian Diewald, Präsident des VBI, betont:
„Die Made in Europe Declaration ist ein wichtiges Signal für den Industriestandort Europa. Jetzt müssen Taten folgen: Öffentliche Beschaffung muss europäische Wertschöpfung, Innovation und Qualität stärker berücksichtigen. Nur so können wir unsere Bahnindustrie und Europas industrielle Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig stärken.“
Bundesminister Peter Hanke unterstreicht:
„Unsere öffentlichen Infrastrukturinvestitionen schaffen nicht nur moderne Mobilität und Versorgungssicherheit, sondern sind auch ein wichtiger Motor für die heimische Wirtschaft und die europäische Bahnindustrie. Mit der „Made in Europe“-Initiative wollen wir die öffentliche Beschaffung gezielt nutzen, um Innovation zu fördern, faire Wettbewerbsbedingungen zu stärken und heimische Wertschöpfung langfristig zu sichern. Denn es geht nicht nur um einzelne Aufträge, sondern um hochwertige Arbeitsplätze, technologische Kompetenz und die wirtschaftliche Unabhängigkeit Europas. Dafür braucht es auch eine gemeinsame europäische Bahnindustriestrategie.“
Enno Wiebe, Director General von UNIFE, erklärt:
„Die Reform der EU-Vergaberichtlinie ist eine entscheidende Weichenstellung für Europas industrielle Zukunft. Sie bietet die Chance, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und unsere strategische Souveränität zu stärken. Öffentliche Beschaffung muss faire Wettbewerbsbedingungen gewährleisten und europäische Wertschöpfung sowie Innovation gezielt fördern. Jetzt werden die Weichen für Europas industrielle Zukunft gestellt.“
Manuela Waldner, CFO der ÖBB-Holding AG, betont die Perspektive der öffentlichen Auftraggeber:
„Bei Beschaffungsentscheidungen zählt nicht nur der Anschaffungspreis, sondern der langfristige Nutzen. Qualität, Lebenszykluskosten und Innovation sind entscheidend für ein leistungsfähiges und zukunftssicheres Bahnsystem. Als öffentlicher Auftraggeber tragen wir Verantwortung dafür, dass unsere Investitionen nachhaltig wirken und auch Europas Wettbewerbsfähigkeit stärken.“
Anil W. Rai, Geschäftsführer des VBI, fordert die konsequente Umsetzung:
„Entscheidend ist, dass sich diese Ziele in konkreten Vergaberegeln widerspiegeln. Europäische Präferenz und strategische Kriterien müssen dort wirksam werden, wo öffentliche Aufträge vergeben werden – im Einklang mit den geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen.“
Von der politischen Zielsetzung zur praktischen Umsetzung
Wie strategische Beschaffung in der Praxis funktionieren kann, wurde in einem anschließenden Workshop mit Vertreterinnen und Vertretern von ÖBB, Siemens Mobility und voestalpine Rail Technology vertieft. Im Mittelpunkt standen europäische Präferenz, nicht-preisliche Zuschlagskriterien und Sicherheitsaspekte sowie die Chancen und Herausforderungen bei der Umsetzung.
Für VBI und UNIFE ist klar: Die Stärkung der europäischen Bahnindustrie erfordert ein Zusammenspiel von Politik, öffentlichen Auftraggebern und Industrie. Die Weiterentwicklung des Vergaberechts bietet die Chance, langfristige industrielle Interessen stärker zu berücksichtigen und damit Europas Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu sichern.
Über den Verband der Bahnindustrie in Österreich (VBI)
Der Verband der Bahnindustrie in Österreich (VBI) ist die größte Interessenvertretung der österreichischen Schienenzulieferindustrie. Er vertritt rund 60 Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Fahrzeugherstellern und Komponentenlieferanten über Systemtechnik bis hin zu Digitalisierung und Service. Gemeinsam engagieren wir uns für faire Wettbewerbsbedingungen, Innovationsförderung, Nachhaltigkeit und eine starke industrielle Basis für den Bahnstandort Österreich. Damit leisten wir einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen der Mobilitäts- und Klimawende – mit österreichischen Innovationen.
Rückfragen & Kontakt
Verband der Bahnindustrie in Österreich (VBI)
Anil W. Rai - Geschäftsführer
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.bahnindustrie.at
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