• 22.10.2026, 09:14:02
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BÖP unterstützt EU-Kampagne für gesunde Arbeitsplätze

Auftakt in Österreich: EU-OSHA-Kampagne rückt psychische Gesundheit am Arbeitsplatz in den Fokus

Wien (OTS) - 

Das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK) hat am 20. Oktober erfolgreich die EU-Kampagne „Gemeinsam für psychische Gesundheit bei der Arbeit“ (2026–2028) in Österreich gestartet. Beteiligt waren Expert:innen und Vertreter:innen aus Arbeitnehmerschutz, Wirtschaft und Interessenvertretungen, darunter der Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP). Angesichts steigender psychischer Belastungen am Arbeitsplatz bringt der BÖP seine psychologische Expertise in die Kampagne ein.

Zeitdruck, Erschöpfung und psychische Erkrankungen belasten Beschäftigte

44% der Beschäftigten in der EU berichten von starkem Zeitdruck oder Arbeitsüberlastung. 37% sind von allgemeiner Erschöpfung betroffen. Bei 29% wurden Stress, Depressionen oder Angstzustände durch die Arbeit verursacht oder verstärkt. Das zeigt die Erhebung „OSH Pulse 2025“ der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA).

„Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz ist nicht nur ein individuelles Anliegen – sie beeinflusst auch Produktivität, Mitarbeiter:innenbindung und die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Umso wichtiger ist es, psychische Belastungen nicht allein bei den einzelnen Beschäftigten zu verorten, sondern Arbeitsbedingungen und Organisationsstrukturen gezielt zu verbessern“, so BÖP-Präsidentin a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger.

Arbeits- und Organisationspsychologie gestaltet gesunde Arbeit

Arbeits- und Organisationspsycholog:innen setzen genau dort an. Sie analysieren Arbeitsbedingungen sowie Motivations- und Demotivationsfaktoren und entwickeln gemeinsam mit den Beschäftigten konkrete Verbesserungen. Sie begleiten Führungskräfte und Teams bei Konflikten und Veränderungsprozessen. Außerdem unterstützen sie unter anderem bei der Burnout-Prävention, beim Umgang mit psychischen Belastungen, bei der Prävention sexueller Belästigung sowie bei der Gestaltung einer gesundheitsförderlichen Arbeitskultur.

„Arbeits- und Organisationspsychologie schlägt die Brücke zwischen dem Wohlbefinden der Beschäftigten und dem Wohl des Unternehmens. Denn gesunde Arbeit stärkt nicht nur die Menschen, sie ist auch eine wesentliche Grundlage für nachhaltigen Unternehmenserfolg. Umso mehr freut es mich, dass der BÖP bei dieser wichtigen Initiative vertreten ist und seine psychologische Expertise einbringen kann“, betont a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger.

Berufsrechtliche Verankerung der Arbeits- und Organisationspsychologie

Die Kampagne ist ein wichtiger Schritt. Um psychische Gesundheit am Arbeitsplatz nachhaltig zu stärken, braucht es jedoch weitere konkrete Maßnahmen. Betriebliche Gesundheitsförderung und die gesetzlich vorgeschriebene Evaluierung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz sind wirksame Instrumente, werden bislang aber nur unzureichend umgesetzt. Der BÖP fordert daher als nächsten Schritt die berufsrechtliche Verankerung der Arbeits- und Organisationspsychologie im Psychologengesetz sowie die Verankerung der Arbeitspsychologie als dritte Säule im ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG).

Rückfragen & Kontakt

Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP)
Nathalie Winterink, BA BSc MSc
Telefon: 0670 35 41 296
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.boep.or.at

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