• 24.10.2026, 08:00:33
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Zehetner zu PV-Fördercall: Hohe Nachfrage bestätigt Notwendigkeit der Neuaufstellung

41.322 Anträge mit einem beantragten Fördervolumen von rund 192 Millionen Euro – neues Modell in politischer Koordinierung

Wien (OTS) - 

Der dritte und letzte PV-Fördercall im bisherigen System ist beendet. Zwischen 8. und 22. Oktober wurden insgesamt 41.322 Anträge mit einem beantragten Fördervolumen von rund 192 Millionen Euro eingereicht. Damit ist der Fördercall wie erwartet deutlich überzeichnet. In den kommenden Wochen werden die Anträge auf Richtigkeit und Vollständigkeit geprüft. Die Vergabe erfolgt nach den geltenden Förderbedingungen und den jeweiligen Reihungskriterien. „Das Interesse an Photovoltaik und Speichern ist ungebrochen. Die hohe Nachfrage zeigt aber auch, warum wir die Förderung neu aufstellen müssen. Wenn die verfügbaren Mittel innerhalb kürzester Zeit ausgeschöpft sind, entscheidet vor allem die Geschwindigkeit beim Einreichen. Wir wollen ein System, das mehr Planungssicherheit schafft und den Nutzen für das Energiesystem stärker in den Mittelpunkt rückt“, betont Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner.

Besonders groß war die Nachfrage nach kleineren Anlagen. Auf die Kategorie bis zehn Kilowattpeak entfielen 19.310 Anträge, auf Anlagen über zehn bis 20 Kilowattpeak weitere 16.945. Damit betreffen rund 88 Prozent aller Anträge diese beiden Größenklassen. „Die Kosten für PV-Anlagen sind in den vergangenen zehn Jahren um rund 90 Prozent gesunken. Das zeigt: Kleine PV-Anlagen sind inzwischen im Markt angekommen und müssen nicht mehr durch eine eigene Investitionsförderung unterstützt werden. Deshalb richten wir die Förderung neu aus. Künftig wollen wir gezielt intelligente Speicher unterstützen, damit Haushalte ihren Sonnenstrom besser nutzen können und gleichzeitig das Energiesystem entlastet wird“, betont Zehetner.

Made-in-Europe-Bonus besonders bei Wechselrichtern gefragt

Die Einreichungen zeigen auch Interesse an europäischen Komponenten. Für Wechselrichter wurde bei 18.800 Anträgen ein Made-in-Europe-Bonus beantragt. Das entspricht dem bisherigen Trend bei rund 45 Prozent aller Einreichungen. Bei Speichern waren es 8.997 Anträge beziehungsweise rund 22 Prozent, bei PV-Modulen 6.591 Anträge beziehungsweise rund 16 Prozent. Ein Antrag kann dabei mehrere Bonuskomponenten umfassen.

Insgesamt entfallen rund 7,6 Millionen Euro des beantragten Fördervolumens auf den Made-in-Europe-Bonus. Ob die Voraussetzungen für die Förderung und den jeweiligen Bonus erfüllt sind, wird im Rahmen der Antragsprüfung festgestellt. „Bei der Energiewende geht es auch um die Frage, wo die Technologien dafür hergestellt werden. Mit dem Made-in-Europe-Bonus setzen wir einen Anreiz für europäische Produkte und stärken damit Wertschöpfung und technologische Kompetenz in Europa“, so Zehetner.

Neues Fördermodell mit Schwerpunkt auf intelligenten Speichern

Während die Anträge des abgeschlossenen Calls nach den bisherigen Regeln bearbeitet werden, laufen die Vorbereitungen für die angekündigte Neuausrichtung der Förderung. Das bisherige Windhundprinzip soll durch ein kontinuierliches, antragsbasiertes Modell abgelöst werden. An die Stelle der klassischen PV-Investitionsförderung soll ein Speichersystembonus treten, der sowohl neue Speicher als auch die Nachrüstung bestehender PV-Anlagen unterstützt. Voraussetzung soll ein intelligentes Energiemanagementsystem sein, das einen systemdienlichen Betrieb ermöglicht. „Wir wollen, dass Haushalte ihren Sonnenstrom besser nutzen können. Intelligente Speicher helfen, Erzeugung und Verbrauch aufeinander abzustimmen und Strom dann verfügbar zu machen, wenn er gebraucht wird. Davon profitieren die Haushalte und das gesamte Stromsystem. Genau diesen Nutzen wollen wir mit dem neuen Fördermodell stärker unterstützen“, erklärt Zehetner.

Projekte mit Speicher, die beim dritten EAG-Fördercall nicht zum Zug kommen, sollen aus Sicht des BMWET im neuen Fördersystem wieder einreichen können, sofern sie ab dem 1. November 2026 in Betrieb genommen werden.

Die entsprechenden Regelungstexte befinden sich derzeit in politischer Abstimmung und sollen so rasch wie möglich in die parlamentarische Behandlung gehen. Für die Umsetzung ist eine Zweidrittelmehrheit im Nationalrat erforderlich.

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