- 30.10.2026, 12:13:03
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ÖGB zum Movember: Männergesundheit braucht Vorsorge
Neumayer-Stickler appelliert: Früherkennung nutzen und bei psychischen Belastungen Unterstützung holen
Vorsorge wahrnehmen, Beschwerden abklären und über psychische Belastungen sprechen: Dazu ruft der ÖGB anlässlich des Movembers, des Aktionsmonats für Männergesundheit im November, auf. Laut Österreichischer Gesundheitsbefragung ATHIS 2025 verbringen Männer nur 62,7 Jahre bei guter Gesundheit und nehmen ärztliche Hilfe seltener in Anspruch.
„Auf die eigene Gesundheit zu achten, ist kein Zeichen von Schwäche. Männer sollten Vorsorgeangebote nutzen und sich auch bei psychischen Belastungen Unterstützung holen. Niemand muss mit seinen Sorgen allein bleiben“, appelliert Claudia Neumayer-Stickler, Leiterin des ÖGB-Referats für Gesundheits- und Sozialversicherungspolitik. Ziel muss es sein, dass wir alle länger und gesund leben können.
Persönliche Risiken abklären
Die gesunde Lebenserwartung beträgt laut Statistik Austria bei Männern 62,7 Jahre und liegt damit unter dem gesetzlichen Pensionsalter. Männer berichten zudem häufiger von Erkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes. „Die Vorsorgeuntersuchung verdient einen festen Platz im Alltag. Ein Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt hilft, persönliche Risiken einzuschätzen und zu klären, welche Untersuchungen sinnvoll sind“, betont die Gesundheitsexpertin.
Die Vorsorgeuntersuchung können alle Menschen über 18 Jahre einmal jährlich in Anspruch nehmen. Zur Früherkennung von Prostatakrebs können Männer ab 50 Jahren im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung kostenfrei einen PSA-Test durchführen lassen. Der Bluttest bestimmt das prostataspezifische Antigen. Über Vor- und Nachteile sowie ein mögliches familiäres Risiko sollte vorab ärztlich gesprochen werden.
Psychische Gesundheit darf kein Tabu sein
Laut ATHIS 2025 berichten 9,9 Prozent der Männer von einer Depression in den vergangenen zwölf Monaten. Bei den 30- bis 44-Jährigen sind es 12,3 Prozent. Der ÖGB appelliert, psychische Belastungen ernst zu nehmen und ärztliche, psychologische oder psychotherapeutische Angebote zu nutzen.
„Wer psychisch belastet ist, muss nicht warten, bis gar nichts mehr geht. Darüber zu sprechen und Beratung oder Behandlung in Anspruch zu nehmen, ist ein wichtiger Schritt. Hilfe anzunehmen, ist eine Stärke“, sagt Neumayer-Stickler.
Auch Arbeitsbedingungen müssen gesund halten
Die betriebliche Gesundheitsförderung kann hier auch spezifische Angebote für Männer am Arbeitsplatz schaffen, um gesundheitlichen und psychischen Belastungen frühzeitig vorzubeugen – gerade Aktionsmonate wie der Movember können und müssen genutzt werden, um zielgruppenspezifische Maßnahmen anzubieten.
Für den ÖGB darf Gesundheit nicht allein Privatsache sein. „Wer Männergesundheit stärken will, muss auch auf die Arbeitsbedingungen schauen. Es braucht gesundheitsfördernde Arbeitsplätze und Raum, Belastungen offen anzusprechen“, so Neumayer-Stickler abschließend.
Über uns:
Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt rund 1,2 Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich. Gemeinsam mit seinen sieben Gewerkschaften setzt sich der ÖGB als überparteiliche Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein.
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