- 02.11.2026, 12:43:02
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WB-Graf: Erfahrung braucht Rückendeckung, keine Strafrechnung
Wirtschaftsbund weist AK-Forderung nach Bonus-Malus-System zurück und setzt auf Anreize für längeres Arbeiten
„Die Arbeiterkammer holt wieder ein altes Modell aus der Schublade, und es wird nicht besser, nur weil man es neu beschriftet. Ein Bonus-Malus-System ist im Kern eine Misstrauensabgabe für Betriebe. Damit wird kein älterer Mensch zusätzlich eingestellt, aber viele Unternehmen werden zusätzlich zur Kasse gebeten“, so Wirtschaftsbund-Generalsekretärin Tanja Graf zur Forderung der AK.
„In unseren Betrieben weiß man, was ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einbringen: Erfahrung, Ruhe in hektischen Phasen und Wissen, das in keinem Handbuch steht. Keine Unternehmerin, kein Unternehmer verzichtet freiwillig darauf, schon gar nicht bei 173.293 offenen Stellen. Wer so tut, als müsste man Betriebe erst mit Sanktionen zur Vernunft bringen, kennt die Realität in den Werkstätten, Geschäften und Büros nicht. Statt gemeinsam Lösungen zu finden, wird einmal mehr das Feindbild vom bösen Unternehmer bedient. Damit muss endlich Schluss sein. Unsere Betriebe verdienen Wertschätzung statt pauschaler Unterstellungen und neuer Strafandrohungen“, betont Graf.
Stopp dem Unternehmer-Bashing
Für den Wirtschaftsbund ist klar, dass Beschäftigung im Alter dort gelingt, wo sie sich für beide Seiten lohnt. „Wer länger arbeiten will, soll davon spürbar mehr im Geldbörsel haben. Und wer ältere Menschen beschäftigt, soll dabei unterstützt und nicht mit einer zusätzlichen Abgabe bedroht werden. Gerade kleine und mittlere Betriebe haben weder die Personalabteilung noch den finanziellen Spielraum, um sich mit einem weiteren Quotenregime herumzuschlagen“, so Graf.
Der Malus ist zudem ein Schlag ins Gesicht jener, die täglich Verantwortung tragen: „Wieder einmal werden Unternehmerinnen und Unternehmer unter Generalverdacht gestellt. Wer Arbeitsplätze schafft, Lehrlinge ausbildet und Löhne zahlt, wird so dargestellt, als wolle er ältere Menschen loswerden. Das ist kein Beitrag zur Lösung, das ist ein Angriff auf jene, die dieses Land am Laufen halten. Gerade in Branchen mit körperlich fordernder Arbeit tun Betriebe jeden Tag, was sie können, um ihre Leute gesund im Job zu halten. Dafür verdienen sie Anerkennung statt Strafzahlungen.“
Aktivpension zeigt, wie es richtig geht
Den richtigen Weg sieht Graf in der Aktivpension: „Mit der Aktivpension haben wir genau das umgesetzt, was wirkt. Wer im Pensionsalter weiterarbeitet, behält mehr von seinem Verdienst, weil ein Teil des Zuverdiensts steuerfrei bleibt. Damit wird Arbeiten im Alter endlich wieder attraktiv, und zwar freiwillig, mit Motivation statt Zwang. Das ist ein Angebot an die Menschen und zugleich eine Chance für unsere Betriebe, erfahrene Kräfte länger an Bord zu halten.“
Darauf gilt es aufzubauen, statt mit neuen Strafmechanismen gegenzusteuern: „Wenn wir wollen, dass Menschen gesund und motiviert länger im Erwerbsleben bleiben, müssen wir diesen Weg konsequent weitergehen: mit niedrigeren Lohnnebenkosten und Investitionen in Gesundheit und Weiterbildung. Die Aktivpension öffnet Türen, ein Bonus-Malus-System würde Schranken aufstellen. Unsere Betriebe sind bereit, ihren Teil beizutragen, aber sie brauchen dafür Partner in der Politik, keine neuen Rechnungen und kein Unternehmer-Bashing“, so Graf abschließend.
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