- 03.11.2026, 11:20:02
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ÖVP Frauen zum Equal Pay Day: Gleiche Leistung muss gleich viel wert sein
Tanner und Falkner: EU-Lohntransparenzrichtlinie muss mit Augenmaß umgesetzt werden und finanzielle Unabhängigkeit von Frauen in allen Lebensphasen stärken
Der Equal Pay Day fällt in Österreich heuer auf den 5. November. Ab diesem Tag arbeiten Frauen in Österreich statistisch gesehen bis zum Jahresende unbezahlt. Für die Berechnung werden die durchschnittlichen Bruttojahreseinkommen von ganzjährig vollzeitbeschäftigten Frauen und Männern herangezogen. Laut Familienministerium beträgt die durchschnittliche Differenz heuer 15,5 %. Das entspricht einem Zeitraum von 57 Kalendertagen. Im Bundesländervergleich zeigen sich erhebliche Unterschiede. So fiel der Equal Pay Day in Vorarlberg bereits auf den 13. Oktober, in Wien hingegen erst auf den 23. November.
Österreichweit hat sich die Einkommensschere gegenüber dem Vorjahr um drei Tage verkleinert. „Das ist ein Fortschritt. Aber bis zur tatsächlichen Lohngleichheit fehlen noch immer zu viele Tage. Die Arbeit von Frauen muss genauso viel wert sein wie die eines Mannes. Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit muss selbstverständlich sein“, betont die designierte Bundesleiterin der ÖVP Frauen, Bundesministerin Klaudia Tanner.
Lohntransparenz schaffen, persönliche Gehaltsdaten schützen
Ein wichtiger Schritt zu mehr Lohngerechtigkeit soll mit der Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie erfolgen. Die politische Abstimmung ist in Arbeit, der Ball liegt derzeit beim Sozialministerium. Die ÖVP Frauen befürworten eine schrittweise, praxistaugliche Umsetzung. Die EU-Richtlinie sieht bereits gestaffelte Berichtspflichten vor, die bei größeren Unternehmen beginnen.
„Transparenz soll ungerechtfertigte Einkommensunterschiede sichtbar machen und helfen, Benachteiligungen zu beseitigen. Es braucht aber klare Regeln, den Schutz persönlicher Gehaltsdaten, um das Konfliktpotenzial zu minimieren und für Unternehmen muss eine Umsetzung ohne unnötige zusätzliche Bürokratie ermöglicht werden“, so Tanner.
Finanzielle Unabhängigkeit bedeutet Selbstbestimmung
Für die geschäftsführende Bundesleiterin der ÖVP Frauen, Nationalratsabgeordnete Margreth Falkner, geht es aber um weit mehr als den monatlichen Gehaltszettel. „Frauen müssen finanziell auf eigenen Beinen stehen können. Deshalb gehören Einkommenstransparenz, Finanzbildung, verlässliche Kinderbetreuung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zusammen. Dazu gehört auch, dass Väter mehr Verantwortung in der Familie übernehmen“, erklärt Falkner.
Finanzielle Nachteile ziehen sich häufig durch alle Lebensphasen von Frauen. Wer für Kinder oder pflegebedürftige Angehörige beruflich zurücksteckt, hat oft geringere Einkommens- und Aufstiegsmöglichkeiten, inklusive Einbußen bei der Pension. „Es darf doch nicht sein, dass eine Frau im Alter jeden Euro zweimal umdrehen muss, weil sie jahrelang für andere da war. Deshalb setzen wir uns auch für ein automatisches Pensionssplitting mit Opt-out-Möglichkeit ein“, unterstreicht Falkner.
Die ÖVP Frauen sehen den Equal Pay Day als wichtigen Anlass, um auf bestehende Einkommensunterschiede aufmerksam zu machen und konkrete Verbesserungen voranzutreiben.
„Wir wollen, dass der Equal Pay Day eines Tages überflüssig wird. Und zwar dann, wenn Frauen für ihre Leistung gerecht bezahlt werden“, halten Tanner und Falkner abschließend fest.
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