• 03.11.2026, 18:49:02
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WKÖ-Trefelik: Handel ist am Limit, das muss im KV abgebildet werden

Konstruktive Verhandlungen auch in 2. Runde – Arbeitgeber:innen bieten KV-Erhöhung um 2,1 Prozent plus attraktive Teuerungsprämie

Wien (OTS) - 

„Wir haben auch in der zweiten Runde sehr gute und konstruktive Gespräche geführt – auch über die rahmenrechtlichen Forderungen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Handel bleiben jedoch äußerst schwierig. Dies haben wir in einer Darstellung auf Basis einer topaktuellen Branchenanalyse von 1242 Jahresabschlüssen (Bilanzstichtag 31.12.25 – beim Firmenbuch eingereicht bis zum 30.9. 2026) nochmals darlegt. Ein KV-Abschluss muss diesen Realitäten Rechnung tragen“, betont Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), nach der heutigen zweiten Verhandlungsrunde für die Kollektivverträge der Angestellten und Lehrlinge im österreichischen Handel.

Die Arbeitgeberseite legte daher heute ein Angebot, das die schwierigen Bedingungen für beide Verhandlungspartner berücksichtigt: So bieten die Arbeitgeber:innen eine Erhöhung der kollektivvertraglichen Gehälter im Jahr 2027 um 2,1 Prozent plus eine einmalige Teuerungsprämie in Höhe von 350 Euro.

„Eine Teuerungsprämie ist die richtige Lösung in schwierigen Zeiten und für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durchaus attraktiv und ein zusätzlicher Kaufkraftimpuls“ erläutert Trefelik.

Wie herausfordernd die Lage im Handel ist, zeigen auch betriebswirtschaftliche Kennzahlen: Der Fixkostenblock, also Personal- und der sonstige betriebliche Aufwand, betrugen im Einzelhandel 2025 bereits 31,5 Prozent des Umsatzes und lagen damit um +2,0 Prozentpunkte höher als noch zwei Jahre davor, im gesamten Handel machte der Anstieg von 2023 auf 2025 sogar +2,2 Prozentpunkte aus (auf 25,1 Prozent). Dem gegenüber stehen stagnierende Realumsätze, die sich auch im heurigen Jahr fortsetzen dürften: Während sich andere Branchen leicht erholen, sagt das Wifo dem Handel für das Gesamtjahr 2026 ein Nullwachstum voraus.

Strukturwandel trifft Handel besonders hart

„Die Kosten steigen, aber die Ertragskraft sinkt. Der Handel ist am Limit. Wie auch die Wirtschaftsforscher bestätigen, trifft der Strukturwandel den Handel besonders hart“, sagt Trefelik. Dies zeigt auch die Betrachtung über die vergangenen zehn Jahre: Von 2015 bis 2025 ist die Zahl der Einzelhandelsstandorte um -3,1 Prozent gesunken, die Verkaufsfläche ist um -3,5 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig sind die (primär ausländischen) Onlinehandelsumsätze um 91,7% gestiegen. Und während die Handelsumsätze real von 2015 bis 2025 um +15,2 Prozent zunahmen, stiegen die KV-Gehälter im selben Zeitraum mit +34,92 Prozent mehr als doppelt so stark.

„Diese Entwicklung schlägt sich auch in immer mehr Arbeitslosen sowie einer steigenden Zahl an Schließungen und Insolvenzen im Handel nieder. Das darf bei den KV-Verhandlungen nicht ausgeblendet werden. Wir brauchen bei allem Verständnis für die Forderungen der Arbeitnehmervertretung einen Abschluss, der die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Handelsbetriebe berücksichtigt“, unterstreicht Trefelik.

Die nächsten Kollektivvertragsverhandlungen finden am 17. November statt. (PWK587/DFS)

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