- 04.11.2026, 09:48:02
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Rotes Kreuz zum Tag des Freiwilligenmanagements (5.11.): Freiwillige benötigen als tragende Säule der Gesellschaft Schutz und Sicherheit!
Generalsekretär Opriesnig: „Unsere 80.000 Freiwilligen sollen nicht im rechtsfreien Raum arbeiten – auch die Planungssicherheit muss vom Gesetzgeber verbessert werden!“
Mehr als 80.000 Menschen sind freiwillig in ganz Österreich für das Rote Kreuz tätig. Sie leisten 9,5 Millionen Einsatzstunden im Jahr – im Rettungsdienst, der Katastrophenhilfe, der Pflege und Betreuung, im Jugendrotkreuz und in vielen anderen Bereichen. „Sie sind Teil eines Netzwerks von insgesamt 3,73 Millionen Menschen in Österreich, die sich freiwillig engagieren. Sie leisten unschätzbare Arbeit für uns alle, stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt und machen Österreich in Krisen handlungsfähig“, betont Michael Opriesnig, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes, vor dem Tag des Freiwilligenmanagements am 5. November.
Doch die Freiwilligkeit als wichtige gesellschaftliche Säule muss gestärkt werden. Opriesnig stellt klar: „Freiwilligkeit fällt nicht vom Himmel – wir müssen unseren Kolleginnen und Kollegen Planungssicherheit und Rechtssicherheit garantieren, damit freiwilliges Engagement auch in Zukunft attraktiv bleibt.“ Konkret fordert der Rotkreuz-Generalsekretär vom Gesetzgeber vier Maßnahmen:
- Dauerhafte Strukturförderung statt kurzfristiger Projekte
Opriesnig: „Damit Menschen helfen können, muss jemand da sein, der sie aufnimmt, ausbildet und begleitet. Kurzfristige Projektmittel – wie sie aktuell der Standard sind – finanzieren einzelne Aktivitäten, aber nicht die Strukturen, die sichere und dauerhaft verfügbare Hilfe ermöglichen. Investitionen in Koordination sind eine Voraussetzung für Einsatzfähigkeit, Qualität und Bindung."
- Freiwillige Leistungen sichtbar machen und öffentlich anerkennen
Opriesnig: „Ein großer Teil freiwilliger Leistung findet außerhalb öffentlicher Aufmerksamkeit statt, muss aber auch wahrgenommen werden. Anerkennung darf nicht bei Dankesreden stehen bleiben: Sie braucht aussagekräftige Kennzahlen, öffentliche Präsenz und eine klare politische Haltung zum Wert organisierter Freiwilligkeit. Ein Freiwilligenbericht alle fünf Jahre ist zu wenig."
- Rechtliche und soziale Absicherung gewährleisten
Opriesnig: „Für Freiwillige bestehen beträchtliche Lücken bei Haftpflicht-, Rechtsschutz- und Unfallversicherungsschutz. Für bestimmte Einsatzorganisationen gelten besondere gesetzliche Unfallversicherungsregelungen, für andere Bereiche gelten unterschiedliche Versicherungslösungen der Bundesländer. Diese Lücken müssen rasch geschlossen werden. Gleichzeitig muss sichergestellt werden, dass mögliche Kosten, die unmittelbar durch das freiwillige Engagement entstehen, nicht bei den Freiwilligen verbleiben – auch hier sind klare Regelungen nötig.“
- Ausbildung und erworbene Kompetenzen anerkennen
Opriesnig: „Wer im Rettungsdienst, in sozialen Diensten, in der Jugendarbeit oder im Katastrophenhilfsdienst Wissen und Fähigkeiten erwirbt, soll sie auch in Ausbildung, Studium und Beruf nützen können. Beispiele dafür wären die Anrechnung einschlägiger Ausbildungen als ECTS-Punkte für das Studium, die positive Berücksichtigung bei Bewerbungen und Studienaufnahmeverfahren. Für das Aufnahmeverfahren zum Medizinstudium könnten auch Kompetenzen aus dem Rettungsdienst berücksichtigt werden."
Appell an den Gesetzgeber
Der Rotkreuz-Generalsekretär fasst zusammen: „Die Arbeit der mehr als 80.000 Menschen, die sich freiwillig für das Rote Kreuz engagieren, ist keine Selbstverständlichkeit. Damit Österreich ein Land der Freiwilligen bleibt, sind verbesserte Rahmenbedingungen nötig. Ich appelliere an den Gesetzgeber, auf unsere Vorschläge einzugehen und mit raschen Maßnahmen die Freiwilligkeit zu stärken.“
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Österreichisches Rotes Kreuz
Mag. Gerald Richter
Telefon: +43/1/58 900 - 153 +43/664/5444619
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