• 04.11.2026, 13:12:02
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NÖAAB fordert Justizministerin auf: Es ist höchste Zeit zu handeln

Christiane Teschl-Hofmeister nach Austausch mit Gewerkschaft: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchen konkrete Verbesserungen statt weiterer Ankündigungen“

St. Pölten (OTS) - 

Bei einem Austausch mit Christiane Teschl-Hofmeister, der Vorsitzenden der GÖD NÖ Justizwachegewerkschaft Claudia Gradinger sowie Wolfgang Graf von der FCG KdEÖ stand die angespannte Personalsituation im Strafvollzug im Mittelpunkt.

Die Zahlen zeigen den dringenden Handlungsbedarf: Rund 980 Justizwachebedienstete stehen in Niederösterreich etwa 3.500 Insassen gegenüber. Laut Gewerkschaft fehlen rund 200 Planstellen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Justizwache durch komplexere Aufgabenstellungen und wachsende Dokumentationspflichten.

„Es braucht dringend mehr Personal. Gleichzeitig müssen wir aber auch dort ansetzen, wo wir den Arbeitsalltag unmittelbar erleichtern können. Nicht jede Verbesserung kostet Geld. Oft sind es unnötige bürokratische Vorgaben und komplizierte Abläufe, die wertvolle Zeit binden“, betont Teschl-Hofmeister, Obfrau des Niederösterreichischen Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerbundes (NÖAAB).

Ausbildung beschleunigen und Personal rascher verstärken

Neben zusätzlichen Planstellen muss vor allem die Ausbildung neuer Justizwachebediensteter beschleunigt werden. Bestehende Ausbildungskapazitäten und Abläufe gehören überprüft und effizienter gestaltet. Ziel muss sein, dringend benötigtes Personal möglichst rasch in die Justizanstalten zu bringen.

„Die Personalsituation ist für unsere Kolleginnen und Kollegen eine enorme Herausforderung. Die fehlenden rund 200 Planstellen machen deutlich, dass wir rasch handeln müssen. Es braucht kürzere und effizientere Ausbildungswege, damit neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schneller ihren Dienst antreten können. Die Justizwache kann ihre verantwortungsvolle Aufgabe nur erfüllen, wenn die personellen Voraussetzungen stimmen“, unterstreicht Claudia Gradinger.

Auch beim Ausbau der Haftkapazitäten braucht es klare Voraussetzungen: Neue Justizanstalten dürfen nicht zulasten der bestehenden Standorte gehen. Jeder neue Standort muss mit entsprechend zusätzlichen Personalressourcen verbunden sein.

Weniger Bürokratie und mehr Verständnis für die Praxis

Neben mehr Personal braucht es praktische Verbesserungen im Arbeitsalltag. Unnötige bürokratische Vorgaben und aufwendige Abläufe müssen hinterfragt werden. Gerade jene, die täglich im Dienst stehen, wissen, wo Vereinfachungen möglich sind.

„Wir müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort stärker einbinden. Es gibt viele Dinge, die den Dienstalltag unnötig erschweren und bei denen man ohne großen finanziellen Aufwand Verbesserungen erreichen könnte. Entscheidend ist, dass man den Bediensteten zuhört und ihre Erfahrungen ernst nimmt“, erklärt Wolfgang Graf von der FCG KdEÖ.

Justizministerin soll das Gespräch mit der Basis suchen

Ein besonderes Anliegen der Personalvertretung ist ein persönlicher Gesprächstermin mit der Justizministerin. Sie soll sich direkt mit den Bediensteten austauschen und vor Ort ein Bild von den tatsächlichen Herausforderungen machen.

„Es braucht keine Rankings der Justizanstalten, sondern ein offenes Ohr für jene, die täglich ihren Dienst leisten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wissen selbst am besten, wo es Verbesserungsbedarf gibt und welche Maßnahmen tatsächlich helfen würden“, unterstreicht Teschl-Hofmeister.

Justizwache ist ein schöner Beruf – wenn die Rahmenbedingungen stimmen

„Die Justizwache ist ein wichtiger und verantwortungsvoller Beruf, der einen unverzichtbaren Beitrag zur Sicherheit unserer Gesellschaft leistet. Dieser Beruf ist attraktiv und bietet Perspektiven – aber die Rahmenbedingungen müssen stimmen. Unsere Justizwachebediensteten verdienen ausreichend Personal, eine gute Ausbildung, weniger unnötige Bürokratie und vor allem die Wertschätzung, die ihre tägliche Arbeit verdient“, so Teschl-Hofmeister abschließend.

Die Botschaft ist klar: Wie der NÖAAB seit März 2023 wiederholt fordert, braucht es keine weiteren Ankündigungen, sondern konkrete Verbesserungen, die im täglichen Dienst tatsächlich ankommen und die Beschäftigten in den Justizanstalten entsprechend entlasten.

Rückfragen & Kontakt

NÖ Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerbund
Michael Heiplik
Telefon: 02742 9020 5100
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.noeaab.at

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