- 04.11.2026, 15:25:03
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28. Journalistinnenkongress: Kein Platz für alte Strukturen
Neue Medienförderung bringt neue Chancen
Ganz im Motto des 28. Journalismuskongresses stand das Thema der Podiumsdiskussion „Alles neu oder doch weiter wie bisher?". Daniela Krauss (Generalsekretärin des Presseclub Concordia), Lisa Kreutzer (Chefredakteurin und Mitgründerin des inklusiven Magazins „andererseits“), Evelyn Hemmer (politische Referentin für Medienpolitik) sowie Petra Stuiber (stv. Chefredakteurin Der Standard) sprachen unter Moderation von Emilija Ilic über die Zukunft des österreichischen Journalismus durch eine neue Medienförderung.
„Der Journalismus rückt in den Fokus der Förderung“
Bisher lag der Fokus der zentralen österreichischen Medienförderung auf Größe und Struktur des Medienhauses sowie der Medienart. Die neue Finanzierung findet einen anderen Zugang und stellt den Journalismus in den Vordergrund.
Veränderung heißt Evelyn Hemmer, die an der neuen Förderschiene mitgearbeitet hat, sehr willkommen. „Die Förderung wird nie alle Probleme dieser Branche lösen“, so Hemmer. Durch das Koppeln der Vergabe an konkrete Qualitätskriterien hoffe sie, dass die neue Förderung den gesellschaftlichen Wert von Qualitätsjournalismus wieder stärkt. Doch der Kampf um Aufmerksamkeit, fehlende Werbeeinschaltungen und der wachsende Einsatz von KI werden den Journalismus auch noch die nächsten Jahre beschäftigen.
„Wir erreichen Menschen, die sonst gar nicht erreicht werden“
Um Aufmerksamkeit muss auch „andererseits“ kämpfen. Das Magazin, das in einfacher und leicht verständlicher Sprache erscheint, versucht bisher, sich über Abos zu finanzieren. Denn in der bisherigen Förderung konnten sie als junges Medien-Start-up nicht berücksichtigt werden. Die Chefredakteurin Lisa Kreutzer ist deshalb optimistisch: „Wenn die Vergabe der Förderung an Qualitätsmerkmale geknüpft ist, die wir alle erfüllen, ist das sehr vorteilhaft für kleine Medienunternehmen wie wir.“ Bei den Qualitätskriterien sah Kreutzer noch Raum für Verbesserung: „Wenn man Diversität größer denkt und in den Qualitätskriterien verankert, würde uns das gut gefallen.“
Der Medienmarkt ist in einer Schieflage
Petra Stuiber vom Standard sieht die neue Förderung auch für etablierte Medien als Chance. Doch lange Diskussionen über das Zustandekommen dieser haben an den Redaktionen gezerrt. Denn auch größere Medienhäuser seien auf das Planen mit Fördergeldern angewiesen.
„Der Medienmarkt ist in einer absoluten Schieflage“, meinte die stellvertretende Chefredakteurin. „Eigentlich sollten wir in der Lage sein, uns mit unserer Arbeit erhalten zu können!“ In der Gesellschaft fehlt es an Verständnis dafür, dass Qualitätsjournalismus kostet. Dafür erhielt sie auch die Zustimmung von der Generalsekretärin des Presseclub Concordia, Daniela Krauss. Um den Journalismus als Säule der Demokratie zu fördern, brauche es ein zahlendes Publikum, so Krauss. Doch die bisherige Finanzierung habe ebenso Einfluss auf den Journalismus gehabt. Die höchsten Förderungen erhalten laut Krauss nach wie vor Boulevardmedien, das habe zu einer Marktverzerrung geführt.
Offen bleibt laut Evelyn Hemmer, wie sich der Journalismus tatsächlich verändern wird: „Die beiden Knackpunkte werden sein: Wer entscheidet auf welcher konkreten Basis, wer das Geld bekommt.“
von Marie Claire Hildebrandt und Hannah Schröckelsberger
Rückfragen & Kontakt
Österreichischer Journalistinnenkongress
Dr.in Ulrike Schöflinger
e: [email protected]
i: www.journalistinnenkongress.at
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