- 05.11.2026, 12:24:34
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ÖVP–Greco/ÖHV-Ipp: Ortstaxe-Tsunami stoppen: Wiens Hotellerie braucht Entlastung und Planbarkeit
Wiener Volkspartei fordert im Sinne der Schlanken Stadt das Einfrieren der Ortstaxe auf 5 Prozent, Zweckwidmung der Einnahmen und Ausweisung der Ortstaxe auf Buchungsplattformen

Das Bild der steigenden Nächtigungszahlen mit zuletzt Rekordwerten in Wien trügt: Viele Hotels stehen trotzdem unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Die Betriebe kämpfen mit den stark gestiegenen Kosten der vergangenen Jahre, neben der steigenden Inflation kommen auch immer wieder Gebührenerhöhungen dazu. Dennoch will die Stadt Wien die Ortstaxe am 1. Juli 2027 von 5 auf 8 Prozent erneut anheben. Die Erhöhung des Steuersatzes entspricht einer zusätzlichen Belastung von 60 Prozent. Stadträtin Dr. Kasia Greco, Tourismussprecherin der Wiener Volkspartei, sagt dazu: „Die Wiener Hotellerie ist das Rückgrat unseres Tourismusstandorts und sichert tausende Arbeitsplätze. Rekordnächtigungen bedeuten aber nicht automatisch, dass bei den Betrieben mehr ankommt. Eine Schlanke Stadt setzt auf Entlastung und darauf, dass sich Leistung lohnt, nicht auf immer neue Abgaben.“
Die geplante Erhöhung trifft die Branche in einer Phase, in der ohnehin vieles teurer wird. Seit 2019 sind die Gebühren für Wasser, Abwasser und Müll um rund 18 Prozent gestiegen. Mit Jänner 2027 steht laut aktuellem Stand eine weitere Anhebung um 4,4 Prozent bevor. Dazu kommen höhere Energie-, Personal- und Betriebskosten.
„Vonseiten der Stadt hören wir immer ‚Das zahlt doch eh der Gast’. Das stimmt aber nur, wenn Gäste Preiserhöhungen in diesem Ausmaß akzeptieren. Derzeit ist das Gegenteil der Fall“, verweist Alexander Ipp, Vizepräsident und Landesvorsitzender Wien der Österreichischen Hotelvereinigung, auf sinkende Zimmerpreise und sinkende Auslastung in der Wiener Hotellerie seit vergangenem Juli. Das bestätigen Zahlen für Jänner bis August, die WienTourismus veröffentlicht hat: Da nahmen die Nächtigungen in Wien um 4% zu, die Nächtigungseinnahmen um nur 1% bei einer Inflation von über 3%: „Die Einnahmen pro Nächtigung sinken, die Kosten steigen.“ Ein Gespräch zwischen der Branchenvertretung und Stadträtin Novak sei dringend nötig: „Wir haben mehrere Lösungsansätze, die wir der Frau Finanzstadträtin präsentieren wollen. Gemeinsam finden wir einen Ausweg!“
Greco weiter: „Ich möchte die Stadt einladen, hier noch einmal innezuhalten. Ein starker Tourismus ist im Interesse von uns allen. Wenn jene, die ihn tragen, zusätzlich belastet werden, ohne dass die Einnahmen zwingend in den Standort zurückfließen, ist das auf Dauer kein guter Weg. Unser Ziel ist eine Schlanke Stadt, die Unternehmen mehr Freiheit lässt und ihnen nicht laufend neue Lasten auferlegt.“
Die Wiener Volkspartei fordert daher die Rücknahme der geplanten Erhöhung der Ortstaxe von 5 auf 8 Prozent. Die Einnahmen sollen verpflichtend für tourismusrelevante Maßnahmen zweckgewidmet werden. Außerdem muss die Ortstaxe auf Buchungsplattformen gesondert ausgewiesen werden können, damit für Gäste nachvollziehbar ist, was hinter dem Preis steht. Bei Entscheidungen mit solchen Auswirkungen auf eine zentrale Leitbranche sollen die Betroffenen künftig frühzeitig eingebunden werden. „Wir wollen, dass Wien als Tourismusstadt erfolgreich bleibt. Dafür braucht es Transparenz, Planbarkeit und den Dialog mit der Branche. Und es braucht den Mut zur Schlanken Stadt: weniger Abgaben, weniger Bürokratie und mehr Transparenz“, so Greco abschließend.
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