• 06.11.2026, 15:29:03
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Rote Karte für Gewalt im Fußball: Innenministerium, Sportministerium, ÖFB und Bundesliga erweitern Zusammenarbeit

Erweiterter Datenaustausch, Testbetrieb für personalisierte Stadiontickets, Zusammenarbeit mit Sicherheitsbeauftragten, konsequentes Vorgehen gegen illegale Pyrotechnik als Ziele

Wien (OTS) - 

Innenminister Gerhard Karner, Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt, der Aufsichtsratsvorsitzende des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB), Josef Pröll, und der Vorstandsvorsitzende der Österreichischen Fußball-Bundesliga, Christian Ebenbauer, unterzeichneten am 6. November 2026 eine strategische Kooperationsvereinbarung zum Ausbau der Zusammenarbeit. Ziel der Kooperation ist es, die bereits bestehende Zusammenarbeit zwischen dem Innenministerium beziehungsweise der Polizei und den Sicherheitsbeauftragten des ÖFB und der Bundesliga zu vertiefen, damit Fußball auch in Zukunft ein sicheres Erlebnis für alle Menschen bleibt.

Gewalt und Randale haben im Fußball keinen Platz – konsequentes und striktes Vorgehen gegen Straftäter und Hooligans

In einigen Bereichen wird die Sicherheitsvereinbarung gezielt erweitert. Vorgesehen ist ein regelmäßiger institutionalisierter Austausch zwischen ÖFB, Bundesliga, Vereinen und Polizei sowie ein erweiterter Informationsaustausch zu Risikofans, um Stadionverbote noch schneller verhängen zu können. Darüber hinaus soll es verstärkt behördliche Meldeauflagen geben, um Fans, die negativ auffallen, vom Stadionbesuch abzuhalten. Auch die Evaluierung personalisierter Tickets ist vorgesehen – dazu läuft derzeit ein Testbetrieb beim SK Rapid Wien. Zusätzlich sollen die Überwachung und Kontrolle des Einsatzes illegaler Pyrotechnik verstärkt werden. Gemeinsame Lagebilder, ein einheitliches Vorgehen, die Zusammenarbeit mit den Ordnerdiensten sowie der Ausbau von Präventivmaßnahmen sind ebenfalls Teil der erweiterten Vereinbarung.

Innenminister Gerhard Karner bedankte sich beim Österreichischen Fußball-Bund und der Österreichischen Fußball-Bundesliga für die bereits jetzt ausgezeichnete Zusammenarbeit: „Fußball als Erlebnis für alle – für die Fans mit einer lebendigen Fankultur, für die Vereine genauso wie für Familien und Kinder. Das ist das gemeinsame Ziel. Dazu ist es nötig, bei einigen Punkten nachzuschärfen. Denn alle Menschen – egal, ob Fußballfan oder nicht – haben ein Recht darauf, dass sie in der Fußgängerzone oder in der U-Bahn nicht angegriffen werden und sichere Sportveranstaltungen erleben können.“

„Die in der Vereinbarung verankerte 3D-Philosophie – Dialog, Deeskalation und Durchsetzung – ist ein wichtiger Leitgedanke“, sagte Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt. „Wir müssen Konflikte möglichst früh entschärfen, aber dort, wo Grenzen überschritten werden, auch konsequent handeln. Sport muss ein Ort sein, an dem sich alle Menschen sicher fühlen können, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Herkunft. Damit passt die heute abgeschlossene Vereinbarung auch perfekt in die Strategie des Sportministeriums für einen Safe Sport für alle.“

Der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Franz Ruf, betonte: „Wir müssen konsequent, aber vor allem gemeinsam gegen jede Form von Gewalt bei Fußballspielen vorgehen. Dazu gehört neben dem Dialog letztlich auch das konsequente Durchgreifen gegenüber gewaltbereiten Gruppierungen und Risikofans.“

„Die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Innenministerium, insbesondere im Rahmen der Task Forces bei internationalen Endrunden, ist für uns ein sehr wertvolles Beispiel gelebter Kooperation, die wir auch im Hinblick auf die EURO 2028 gerne fortsetzen möchten“, sagte ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzender Josef Pröll. „Im Rahmen unserer Vereinbarung wollen wir uns aus Sicht des ÖFB vertiefend mit Themen wie gerichtlichen Stadionverboten, einheitlichen Qualitätsstandards sowie einer fundierten Ausbildung für Ordnerdienste beschäftigen. Ein besonderes Anliegen ist uns der Schutz von Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern sowie anderen Offiziellen, die gerade im Amateurfußball zunehmend verbalen und körperlichen Angriffen ausgesetzt sind. Hier wünschen wir uns einen besonderen gesetzlichen Schutzstatus, um gemeinsam ein klares Zeichen gegen Gewalt im Fußball und in der Gesellschaft zu setzen und Vorfälle entsprechend sanktionieren zu können.“

Der Bundesliga-Vorstandsvorsitzende Christian Ebenbauer sagte: „Der sichere Stadionbesuch ist der Normalfall – und das soll so bleiben. Dafür braucht es das Zusammenspiel von Exekutive, ÖFB, Bundesliga und Klubs. Wir setzen auf Prävention, klare Abläufe und regelmäßigen Austausch. Mit einem gemeinsamen Lagebild und einem klaren Ampelsystem wollen wir Probleme frühzeitig erkennen und zugleich sichtbar machen, wie viele Spiele friedlich und sicher stattfinden.“

Fotos:

https://bildarchiv.myds.me:5001/photo/mo/sharing/122wR63ju
Fotocredit: Foto © BMI Jürgen Makowecz

Rückfragen & Kontakt

Bundesministerium für Inneres
Harald Sörös, BA MA
Telefon: +43 1 53126 901133
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.bmi.gv.at

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